Funktions-, Ambulanz- und OP-Personal

 

Erwerb von Kenntnissen im Strahlenschutz für Personen nach §24 Nr.3 u. 4 RöV (20-stündiger Kurs)

 

INFO zur neuen Röntgenverordnung

Die Pflicht zur Teilnahme von Pflegekräften an Strahlenschutzkursen wird durch die Novellierung der Röntgenverordnung zum 18. Juni 2002 eindeutig festgeschrieben und der in Frage kommende Personenkreis klar definiert:

Nach §24 der RöV wird unterschieden zwischen

a) Anwendung von Röntgenstrahlung
b) Technische Durchführung

Anwenden dürfen nur Ärzte mit Fachkunde im Strahlenschutz! Darunter versteht man die rechtfertigende Indikation von Röntgenuntersuchungen bis hin zur Befundung.

 

Die technische Durchführung ist auch Hilfskräften unter der Aufsicht eines Arztes mit Fachkunde erlaubt, wenn sie die erforderlichen Kenntnisse besitzen ! Was man unter "Technischer Durchführung" versteht ist in §2 RöV und der Durchführungsrichtlinie erläutert!

 

Da es bei der Anwendung von Röntgenstrahlen am Menschen besonders auf die Fähigkeiten und Kenntnisse der handelnden Personen ankommt, sollen nach der Novelle der Röntgenverordnung auch diejenigen, die Röntgenuntersuchungen unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines fachkundigen Arztes technisch durchführen, insbesondere sonstiges medizinisches Personal wie Krankenschwestern oder -Pfleger oder Arzthelferinnen die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz grundsätzlich in Kursen erwerben und im Abstand von fünf Jahren aktualisieren.

Dabei ist selbstverständlich auch an den Strahlenschutz der Mitarbeiter selbst gedacht, der ohne deren Kenntnisse in Bezug auf eine potenzielle Gefährdung nicht ausreichend ist. Nicht nur das Auslösen der Strahlung ist somit das Kriterium, sondern selbstverständlich die Tätigkeit an Röntgeneinrichtungen in einem Kontrollbereich (DL > 6 mSv/a möglich)!

 

Nach §2 der RöV fallen unter "technische Durchführung" auch alle Tätigkeiten im Kontrollbereich wie das Einstellen der technischen Parameter an der "Röntgeneinrichtung", das Zentrieren und Begrenzen des Nutzstrahles, das Lagern des Patienten unter Beachtung der Einstelltechnik und die Durchführung von Strahlenschutzmaßnahmen am Patienten. Zur "Röntgeneinrichtung" gehören nach demselben Paragraphen auch sämtliche Anwendungsgeräte, Zusatzgeräte und Zubehör, sogar eine eventuell erforderliche Software.

 


 

So wie die Fachkunde im Strahlenschutz spätestens nach jeweils 5 Jahren aktualisiert werden muss, gilt dies auch für die Kenntnisse im Strahlenschutz, die durch Kurse erworben wurden.

Nach §45 der Röntgenverordnung sind alle Kenntnisse, welche vor 1988 erworben und inzwischen nicht aktualisiert wurden, verfallen. Die danach bis zum 1. Juli 2002 erworbenen Kenntnisse müssen bis zum 1. Juli 2007 aktualisiert werden.

 


 

Der Kurs richtet sich nach der Anlage 10 der Richtlinie "Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin“ vom 22. Dezember 2005 (BMU – RS II 1 - 11603/01.1).

Wurde die Frist zum Erhalt der Kenntnisse überschritten, entscheidet die zuständige Stelle im Einzelfall, wie ihr gegenüber das Vorhandensein der erforderlichen Fachkunde nachzuweisen ist. In unserem Fall ist der Nachweis der erfolgreichen Teilnahme an einem „Besonderen Kurs“ zum Wiedererwerb der Kenntnisse vorgesehen.

Wir bieten diese Kurse in einem „Drei-Tage-Block“, den sämtliche betroffenen Personen gleichzeitig wahrnehmen können. Betroffene, die Ihre Kenntnisse nach beiden Verordnungen verloren haben, nehmen an allen drei Tagen teil (24 Unterrichtsstunden). Diejenigen, welche die Kenntnisse nach der Röntgenverordnung verloren haben (was in Ihrem Fall zutrifft), nehmen am 1. und 2. Kurstag teil (16 Unterrichtsstunden), und die, welche Kenntnisse nach der Strahlenschutzverordnung verloren haben, nehmen am 1. und 3. Kurstag teil.

 

Die Kurse werden von unseren kompetenten Dozenten (z.B. Lehrbeauftragte für medizinische Physik an der Ruhr-Uni Bochum) innerhalb Ihrer klinischen Einrichtungen nach Absprache mit der Klinikleitung durchgeführt (In-house-Kurse). Häufig nehmen an solchen Kursen in größeren Häusern (z.B. Uni-Klinik Gießen) Mitarbeiter aus umliegenden Kliniken teil. Die direkte Information "vor Ort" mit den praktischen Übungen in "heimischer Umgebung" sind für eine erfolgreiche Vermittlung des notwendigen Wissens bestens geeignet.

 

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